TISHK Seminar Series
TISHK Seminar SeriesBuchlesung und Diskussion: Sprachpolitik und Bildungsplanung in Ostkurdistan & Meine Erfahrungen
Das TISHK-Zentrum für Studien über Kurdistan freut sich, das sechszehnte Seminar der Reihe 2025 mit dem Titel „Buchlesung und Diskussion: Sprachpolitik und Bildungsplanung in Ostkurdistan & Meine Erfahrungen“ anzukündigen.
Das Seminar besteht aus zwei Panels.
Sprachpolitik und Bildungsplanung in Ostkurdistan
Das erste Panel des Seminars mit dem Titel „Buchlesung und Diskussion: Sprachpolitik und Bildungsplanung in Ostkurdistan“ wird von Dr. Qadir Werya, Dozent für kurdische Sprache und Autor von zwanzig veröffentlichten Büchern, geleitet.
Qadir Werya stammt aus der Stadt Şino in Ostkurdistan und ist seit 1980 als politischer Aktivist und Dozent tätig. Er ist promovierter Linguist im Bereich der kurdischen Sprache und war fast 14 Jahre lang Dozent für kurdische Sprache und Lehrbeauftragter an den Universitäten Raparin und Koye in der Region Kurdistan-Irak.
Das Seminar „Sprachpolitik und Bildungsplanung in Ostkurdistan“ widmet sich der Analyse und kritischen Diskussion des neuesten Werkes des Autors. Das Buch, das die jüngste Arbeit von Dr. Qadir Werya darstellt und vom TISHK-Zentrum für Studien über Kurdistan in Bonn veröffentlicht wurde, basiert auf seiner Doktorarbeit.
Diese Studie untersucht die Sprachpolitik Irans im Bildungswesen und ihre Auswirkungen auf nicht-persische Sprachen, insbesondere auf das Kurdische in Ostkurdistan. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat die einsprachige Bildungspolitik zur Marginalisierung und Gefährdung vieler Minderheitensprachen geführt. Die Forschung befasst sich mit den Ansichten kurdischer Expertinnen und Experten – darunter Schriftsteller, Lehrkräfte und Aktivisten – über die Bedeutung der muttersprachlichen Bildung und die bestehenden Hindernisse für ihre Umsetzung.
Zweites Panel: „Meine Erfahrungen“
Das zweite Panel des Seminars mit dem Titel „Meine Erfahrungen“ wird von Mustafa Shalmashi, einer der bekannten politischen Persönlichkeiten Ostkurdistans geleitet.
Mustafa Shalmashi wurde 1952 in einem Dorf namens Shalmash in der Nähe der Stadt Sardasht geboren. Im Alter von fünfzehn Jahren verließ er aufgrund der Repressionen des monarchischen Regimes und der Hinrichtung seines älteren Bruders Ahmad Shalmashi, bekannt als Mulla Awara, Ostkurdistan und ging nach Südkurdistan. Im Alter von 18 Jahren (1970) begann er seine politische Tätigkeit.
Das Seminar „Meine Erfahrungen“ stellt eine Auseinandersetzung mit dem neuesten Werk des Autors dar, in dem es heißt:
„Von Beginn des Befreiungskampfes bis heute hat das kurdische Volk keine stabile nationale Strategie besessen. Sein Kampf und seine Forderungen wurden überwiegend durch globale, regionale und kurdische Rahmenbedingungen bestimmt. Selbst diese begrenzten Forderungen wurden häufig je nach Situation und den Interessen der Gegenseite reduziert und auf ein Minimum beschränkt. Dies geschieht zu einer Zeit, in der der nationale Wille eines Volkes zur Befreiung nicht unterhalb des Niveaus der Gründung eines Nationalstaates liegen sollte und zumindest eine autonome Verwaltungseinheit erforderlich wäre.“
Neben der Niederschrift seiner Memoiren hat Shalmashi versucht, eine Reihe allgemeiner Schlussfolgerungen über den kurdischen Kampf, seine Opfer und bisherigen Errungenschaften zu ziehen, die in sechs Punkten zusammengefasst werden können:
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Das kurdische Volk muss seine Strategie ändern; das Ziel muss das Recht auf Selbstbestimmung sein.
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Niemand darf glauben, im Besitz der alleinigen Wahrheit zu sein; politische Zusammenarbeit und gegenseitige Akzeptanz sind der Schlüssel zur Einheit.
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Die Kurden benötigen innere Toleranz.
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Die Kurden müssen ihre Feinde besser kennen.
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Die Kurden können durch eine Politik der Beschwichtigung, Nachgiebigkeit und Milde die Haltung ihrer Gegner gegenüber den Rechten und Freiheiten der Kurden nicht verändern. Teheran, Bagdad, Ankara und Damaskus richten ihre Entscheidungen nach der Stärke und Geschlossenheit der Kurden aus; sind die Kurden stark, werden sie ernst genommen, sind sie schwach und gespalten, wird ihnen selbst das bereits Erreichte wieder genommen.
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Kurdische Intellektuelle und Politiker haben die Teilung Kurdistans akzeptiert und arbeiten statt an deren Überwindung an der Legitimierung dieser Teilung – zu einer Zeit, in der die Feinde der Kurden in ihrer Gegnerschaft zur kurdischen Frage und zum kurdischen Volk keine Unterschiede machen.
Das Seminar wird von Aram Keykhosrawi, Masterabsolvent der Politikwissenschaft an der Kharezmi-Universität in Teheran, geleitet.
Das Seminar findet am Sonntag, den 21. Dezember 2025, um 15:30 Uhr (Berliner Zeit) in der Bredde 69, 42275 Wuppertal, statt und wird auf Kurdisch abgehalten. Die Veranstaltung umfasst eine 10-minütige Einführung, eine 30-minütige Präsentation, eine 25-minütige Fragerunde sowie eine 10-minütige Podiumsdiskussion und Abschlussrunde.
Der Eintritt ist frei. Die Veranstaltung findet in Präsenz in der Bredde 69, 42275 Wuppertal, statt und wird zugleich live über Zoom übertragen.
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