Das Dreieck des Konflikts: Öl, Macht und Marginalisierung

Published On: Februar 19, 2026

TISHK Seminar Series

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The Triangle of Conflict: Oil, Power and Marginalization

Das TISHK-Zentrum für Studien über Kurdistan veranstaltet das neunzehnte Seminar in der Reihe 2026 mit dem Titel „The Triangle of Conflict: Oil, Power and Marginalization“.

Das Seminar basiert auf einem gemeinsamen Forschungsprojekt von Dr. Mohammad M. Aghdam (University of Geneva), Prof. Hamid Ali (Doha Institute for Graduate Studies) und Prof. Shahjahan Bhuyan (The American University in Cairo). Die Ergebnisse dieser Forschung wurden im Jahr 2025 in der begutachteten wissenschaftlichen Fachzeitschrift Defence and Peace Economics veröffentlicht.

Die Studie bietet eine empirische Untersuchung des in der Konfliktforschung dominierenden Ansatzes „Greed versus Grievance“ und analysiert kritisch, wie natürliche Ressourcen – insbesondere Erdöl – im Zusammenspiel mit politischer Ausgrenzung und wirtschaftlicher Ungleichheit zur Eskalation gewaltsamer Konflikte beitragen. Auf Grundlage georeferenzierter Daten aus dem PRIO-GRID-Datensatz und unter Anwendung eines Negativen-Binomial-Regressionsmodells zeigt die Untersuchung, dass Erdölförderung allein keine hinreichende Ursache für Konflikte darstellt. Vielmehr steigt das Risiko von Gewalt deutlich an, wenn Ressourcenextraktion mit politischer Marginalisierung und struktureller wirtschaftlicher Ungerechtigkeit einhergeht.

Durch eine vergleichende Analyse des Nigerdeltas und des Südsudan liefert die Studie neue Erkenntnisse über die Bedingungen, unter denen natürliche Ressourcen zu Quellen politischer Instabilität werden. Sie hebt die zentrale Bedeutung inklusiver Regierungsführung und politischer Repräsentation hervor, um dem häufig als „Ressourcenfluch“ bezeichneten Phänomen entgegenzuwirken, und stellt vereinfachende Erklärungen infrage, die Konflikte ausschließlich auf materielles Gewinnstreben zurückführen.

Dr. Mohammad M. Aghdam ist Politikwissenschaftler und forscht im Bereich künstlicher Intelligenz mit Schwerpunkt auf der Verbindung von Datenwissenschaft und Konfliktforschung. Er promovierte im Jahr 2020 in Politikwissenschaft an der University of Geneva. Zuvor war er an zwei großen Forschungsprojekten an der ETH Zürich beteiligt: dem Ethnic Power Relations (EPR)-Projekt sowie dem Civilian Victimization-Projekt, die sich beide mit großskaligen Konfliktdatensätzen und der empirischen Analyse politischer Gewalt befassen.

Über die in der Studie behandelten Vergleichsfälle hinaus wird sich das Seminar ausdrücklich mit der Situation in Kurdistan sowie mit den aktuellen politischen und sozioökonomischen Bedingungen im Iran befassen. Der theoretische Rahmen und die empirischen Ergebnisse werden kritisch auf Ostkurdistan bezogen diskutiert, wobei Fragen politischer Marginalisierung, ungleicher Entwicklung, Ressourcenverwaltung und staatlicher Gewalt im Mittelpunkt stehen. Ziel ist es, die Erklärungskraft und die Grenzen des Greed-versus-Grievance-Ansatzes im Kontext Kurdistans zu bewerten und zu einem kontextsensibleren Verständnis der Konfliktdynamiken im Iran beizutragen.

Das Seminar wird von Siawasch Mohammadi, M.A.-Student im Studiengang Wirtschaft und Gesellschaft in Asien an der Universität Bonn, moderiert.

Das Seminar findet am Samstag, den 28. Februar 2026, um 18:00 Uhr (Berliner Zeit) statt und wird in kurdischer Sprache abgehalten. Die Veranstaltung umfasst eine 10-minütige Einführung, eine 30-minütige Präsentation, eine 25-minütige Fragerunde sowie eine 10-minütige Podiumsdiskussion und Abschlussrunde.

Die Teilnahme kann über den angegebenen Link via  Zoom erfolgen.

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  • Datum: 28. Februar 2026

  • Lecturer: Dr. Mohammad M. Aghdam.

  • Moderator/Presenter: Siawasch Mohammadi.

  • Start: um 18:00 Uhr

  • Sprache: Kurdisch

  • Addresse:   Zoom

  • Qr Code for the Seminar of TISHK

  • Kontakt: info@tishk.org

Universität Bonn

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